Schlafapnoe

Krankhafter Atemstillstand während des Schlafens

Der Begriff "Apnoe" (gesprochen: Apnö) kommt aus dem Griechischem und bedeutet "Windstille". Die Schlafapnoe ist ein krankhafter Atemstillstand während des Schlafens. Allein in Deutschland leiden ca. 4 Millionen Menschen unter dieser lebensbedrohlichen Erkrankung.

Bild Zahnarzt Schlafapnoe

Extrem lautes und unregelmäßiges Schnarchen ist in der Regel ein erster Hinweis auf eine obstruktive Schlafapnoe - das "krankmachende Schnarchen". Wer lauter als 38 Dezibel schnarcht (entspricht dem Geräuschpegel von leichtem Straßenverkehr), erkrankt viermal häufiger als "lautlose Schläfer". Dabei "sägen" nachts 12% der Schnarcher lauter als 55 Dezibel (dies entspricht der nächtlichen Geräuschgrenze im Freien!).

Gefährlicher Atemstillstand

Im Extremfall kann ein Atemstillstand bis zu zwei Minuten andauern, Atemstillstände können bis zu 100 Mal pro Stunde auftreten. Im Gegensatz zum gesunden Schläfer mit 31% Tiefschlaf und 16% REM-Phase fehlt dem krankhaften Schnarcher mit nur 1% Tiefschlaf aktive Erholung für den gesamten Organismus.

Die zeitweiligen Atemstillstände entstehen durch völligen Verschluß der oberen Atemwege. Währenddessen wird die Sauerstoffzufuhr zum Gehirn erheblich eingeschränkt, die Blutgaswerte werden massiv verändert und das Herz-Kreislauf-System wird sehr stark beansprucht.

Darauffolgende lebensnotwendige Weckreaktionen ("Arousal") bewahren zwar vor dem Ersticken, stören aber die nächtliche Erholung und die regenerative Wirkung des Schalfes. Die Betroffenen können sich am nächsten Morgen nicht an die zahlreichen Weckreaktionen erinnern, da sie nur sehr kurz sind.

Risiken und Auswirkungen der Schlafapnoe

  • Bluthochdruck
  • nächtliche Herzrythmusstörungen
  • erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko
  • Depression
  • Diabetes
  • verkürzte Lebenserwartung
  • extreme Tagesmüdigkeit
  • Konzentrationsstörungen
  • Kopfschmerzen
  • verminderte Sexualität, ggf. Erektionsstörungen
  • Sekundenschlaf beim Autofahren und am Arbeitsplatz

Ist auch Ihr Schlaf gestört?

Fast 95% der Menschen mit Schlafapnoe wissen nichts von ihrer Erkrankung. Gehören auch Sie dazu? Stellen Sie sich bitte einmal folgende Fragen:

  • Schnarchen Sie jede Nacht (ohne Alkoholkonsum)?
  • Wurden bei Ihnen Atempausen im Schlaf beobachtet?
  • Fühlen Sie sich morgens müde und erschöpft?
  • Erwachen Sie morgens bereits mit Kopfschmerzen?
  • Fällt es Ihnen schwer, sich auf eine Tätigkeit zu konzentrieren?
  • Nicken Sie tagsüber manchmal ein?
  • Leiden Sie an Bluthochdruck?
  • Hatten Sie bereits einen Herzinfarkt oder Schlaganfall?
  • Haben Sie Übergewicht?
  • Schwitzen Sie nachts stark?

Schweregrad der Schalfapnoe

Der Schweregrad der Schlafapnoe wird über die Anzahl und die Dauer der totalen Atemaussetzer definiert. Der Apnoe-Index (AI) kennzeichnet dabei die Zahl der gemessenen Atempausen, die 10 Sekunden oder länger andauern, pro Stunde:

  • AI 5 bis 10 = leichtgradiges Schlafapnoe-Syndrom
  • AI 10 bis 20 = mittelschweres Schlafapnoe-Syndrom
  • AI über 20 = schwergradiges Schlafapnoe-Syndrom

Neben Apnoen gibt es auch Hypopnoen. Hierunter versteht man die Abnahme der Atemtiefe mit Senkung des Sauerstoffgehaltes im Blut. Ein Mittelwert aus allen registrierten Apnoen und Hypopnoen ergibt sich im Apnoe-Hypopnoe-Index (AHI). Die Diagnostik der Schlafapnoe ist heutzutage fast immer ambulant möglich; zunächst bei einem Schlafmediziner, anschließend im Schlaflabor.

Bitte wenden Sie sich an uns, wir beraten Sie gerne.

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